

Breakdance, Breaking, B-Boying bzw. B-Girling ist eine ursprĂŒnglich auf der StraĂe getanzte Tanzform, die als Teil der Hip-Hop-Bewegung unter afroamerikanischen Jugendlichen in Manhattan und der sĂŒdlichen Bronx im New York der frĂŒhen 1970er Jahre entstanden ist. Getanzt wird zu Pop, Funk oder Hip-Hop. FĂŒr viele Jugendliche bot B-Boying/B-Girling, wie es in den 1970er und frĂŒhen 1980er Jahren genannt wurde, eine Alternative zur Gewalt der stĂ€dtischen StraĂen-Gangs. Heute fordert Breakdance eine hohe Disziplin von den TĂ€nzern, die oft ĂŒber athletische FĂ€higkeiten verfĂŒgen mĂŒssen. Breakdance ist heute eine weltweit verbreitete und anerkannte Tanzform. Die Breakdance-Kultur begreift sich als frei von Grenzen der Abstammung, des Geschlechts oder des Alters.
Terminologie
Der Begriff Breakdance wurde nicht von den TĂ€nzern selbst geprĂ€gt, sondern von Medien und AuĂenstehenden in den 1980er-Jahren erfunden. Die ursprĂŒnglichen Bezeichnungen, die in der Hip-Hop-Kultur entstanden, waren Breaking, B-Boying und B-Girling.[1][2][3]
Breaking ist mehr als nur ein Tanz. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Hip-Hop-Kultur, die in den 1970er-Jahren in der Bronx, New York, entstand. Der Begriff Breakdance wird als Vereinfachung angesehen, die die kulturelle Tiefe und den Ursprung der Bewegung nicht angemessen widerspiegelt. TĂ€nzer bezeichnen sich selbst als B-Boys oder B-Girls bzw. Breaker, nicht als Breakdancer.[2] Das âBâ stand dabei anfangs fĂŒr Bronx, heute aber hauptsĂ€chlich fĂŒr Break oder auch Beat bzw. Breakbeat. Break bezieht sich dabei auf die musikalischen Breaks, zu denen ursprĂŒnglich getanzt wurde.[1][3]
Bei einigen Battles und Wettbewerben wurde frĂŒher auch der Begriff Breakdance verwendet; heute jedoch findet beim Deutschen Tanzsportverband, bei offiziellen Tanz- und Sportveranstaltungen, einschlieĂlich der Olympischen Sommerspiele 2024 und weiterer Meisterschaften, der Begriff Breaking Verwendung. Dies unterstreicht die BemĂŒhungen, die korrekte Terminologie zu etablieren und zu respektieren.[2][4][5]
Entstehungsgeschichte

Die AnfÀnge
Die Wurzeln des B-Boying (so wurde Breakdance ursprĂŒnglicherweise genannt) reichen bis nach 1969 zurĂŒck. Voraussetzung fĂŒr die Entstehung des B-Boying war die durch KriminalitĂ€t geprĂ€gte sozio-ökonomische Lage der Ghettos von New York. Der Tanz war eine Interpretation der Spannung und der Gewalt zwischen den stĂ€dtischen StraĂenbanden.[6] VorlĂ€ufer des B-Boying war der nach James Browns Hit Get on the good foot benannte Good Foot Style.[7] Die TĂ€nzer lieĂen sich auf den Boden fallen, um sich dort zu drehen und passend zur Musik wieder hoch zu springen. Ein weiterer VorlĂ€ufer ist der Jazz Dance. Die spĂ€tere Bezeichnung B-Boys fĂŒr die TĂ€nzer â und somit B-Boying fĂŒr den Tanz â soll auf den damals in New York populĂ€ren Kool DJ Herc zurĂŒckgehen, der die TĂ€nzer B (wie Break)-Boys nannte, weil sie fĂŒr ihre besonderen Aktionen die von den DJs ausgedehnten Instrumental-Breaks nutzten.
Um 1976 formierten sich die ersten Tanzgruppen, wie beispielsweise die Zulu Kings[8] oder die Rock Steady Crew.[6] Zu diesem Zeitpunkt gewann der Battle als Wettbewerbsformat im B-Boying an Bedeutung. In einem Battle treten zwei Gruppen an, um gegeneinander zu tanzen. Der Battle wurde spÀter zum festen Bestandteil des B-Boying.[6]
B-Boying wird publik
Die ersten Fotos und damit die ersten Dokumente ĂŒber das B-Boying ĂŒberhaupt wurden im Januar 1980 von der Fotografin Martha Cooper aufgenommen.[6] In dem Zusammenhang veröffentlichte Sally Banes am 23. April 1981 den Zeitungsartikel Physical Graffiti: Breaking Is Hard to Do in The Village Voice. Sie schrieb damit den ersten Artikel ĂŒber B-Boying.[6] 1983 wurde B-Boying mit dem Film Flashdance der breiten Ăffentlichkeit vorgestellt und erlangte dadurch innerhalb kĂŒrzester Zeit weltweit Bekanntheit.[8][6] In Europa und Deutschland wurde B-Boying vor allem durch den 1984 veröffentlichten Film Beat Street bekannt.
Breakdance-Modewelle
Um der breiten Ăffentlichkeit das PhĂ€nomen B-Boying besser zugĂ€nglich zu machen, bezeichneten die Medien den Tanz fortan als Breakdance.[8][6] So schreibt Niels Robitzky in seiner Autobiographie: Die meisten der [âŠ] Namen, denen wir die Hip Hop Elemente heute zuschreiben, stammen jedoch nicht von Leuten aus der Kultur selbst, sondern wurden von den Medien kreiert, um die Kultur besser vermarkten zu können. So wurde Writing zu Graffiti, MCing zu Rapping und B-Boying einfach zu Breakdance gemacht â nicht gerade mit EinverstĂ€ndnis der KĂŒnstler selbst.[9] Innerhalb der Szene spricht man daher noch heute vom B-Boying oder B-Girling, um die UrsprĂŒnge des Tanzes zu betonen und sich von dem durch die Medien geprĂ€gten Begriff Breakdance zu distanzieren. Dass der Tanz zudem in den Medien von nicht-professionellen TĂ€nzern gezeigt wurde (z. B. Eisi Gulp in seiner Sendung Breakdance â mach mit, bleib fit)[9], fĂŒhrte dazu, dass Breakdance in der Ăffentlichkeit als ein ĂŒberwiegend aus Tricks bestehender Tanz wahrgenommen wurde.[6] 1986 endete die Modewelle endgĂŒltig. So kam es, dass man bis 1990 mit der GrĂŒndung des Battle of the Year durch Thomas Hergenrother nichts mehr von Breakdance oder B-Boying hörte.[6]
1990 bis heute
Ab 1990 hat Breakdance zunehmend wieder an Bedeutung gewonnen, sodass es heute in jedem Land der Welt TĂ€nzer gibt.[6] Vor allem in SĂŒdkorea, aber auch in anderen LĂ€ndern ist es möglich, durch den Tanz seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.[6]
Die verschiedenen Tanzstile

Die TĂ€nze B-Boying, Locking, Popping und Electric Boogie werden heute fĂ€lschlicherweise als Breakdance zusammengefasst. Im eigentlichen Sinne ist Breakdance lediglich ein Synonym fĂŒr B-Boying.[9]
B-Boying
Der Erfinder des B-Boying ist unbekannt.[9] Vermutlich ist der Tanz nicht einer einzigen Person zuzuschreiben. Ursprungsort des Tanzes ist New York. In seiner Entstehung wurde der Tanz maĂgeblich vom Rocking, diversen James Brown-Tanzschritten, dem Bodenturnen, sowie den damals populĂ€ren Kung-Fu-Filmen geprĂ€gt.[6] Zu den wesentlichen Elementen des B-Boying zĂ€hlen
- Top Rocking (das Tanzen im Stehen),
- Footworks (das Tanzen auf dem Boden),
- Freezes (das Verharren in einer möglichst eindrucksvollen Position) und
- Powermoves (das Rotieren auf einer Körperstelle oder entlang einer Körperachse).
Footworks und Freezes werden hÀufig auch als Styles zusammengefasst. WÀhrend der Modewelle in den 1980er Jahren gab es auch den Robot Dance, bei dem man sich (möglichst) roboterhaft bewegte.
FĂŒr die Interpretation des Tanzes werden folgende Aspekte beleuchtet:
- OriginalitÀt
- AusfĂŒhrung
- Körpersprache
- Umgang mit der Musik.
Locking
Als Erfinder des Locking gilt Don Campbell,[9] weswegen der Tanz zu seinen AnfÀngen auch Campbell-Lock genannt wurde. Entstanden ist der Tanz Anfang der 1970er in Los Angeles.[7] Locking zeichnet sich durch wildes Gestikulieren aus, das dem Imitieren der Bewegungen von Marionetten- oder Comicfiguren nahekommt.[7]
Popping
Als Erfinder des Popping gilt Boogaloo Sam.[9] Entstanden ist der Tanz Anfang der 1970er in Fresno.[7] Popping zeichnet sich durch kurze und impulsive Bewegungen (sog. Pops) aus, die den TĂ€nzer je nach AusfĂŒhrung mechanisch erscheinen lassen.
Electric Boogie
Als Erfinder des Electric Boogaloo oder kurz Electric Boogie gilt âBoogaloo Samâ. Entstanden ist der Tanz zwischen 1977 und 1978 in Fresno.[7] Electric Boogie stellt eine Fusion aus Locking, Popping und dem 1975 ebenfalls von âBoogaloo Samâ erfundenen Boogaloo Style dar.[7] Die insbesondere Anfang der 1980er Jahre populĂ€ren âillusionistischen Elementeâ des Electric Boogie waren klassischen Stil-Pantomimen der Schule Marcel Marceaus entlehnt, so Die Treppe, Der Blinde oder Der Marsch gegen den Wind (auf den zum Beispiel auch Michael Jacksons Moonwalk zurĂŒckgeht). Dieser Schritt ist eigentlich als Backslide bekannt und wurde von der aus Kalifornien stammenden Crew âThe Electric Boogaloosâ entwickelt.
Elemente des B-Boying

Top Rocking
Top Rocking beschreibt generell das Tanzen im Stand. Eine verwandte Form ist das Brooklyn Rocking/Battle Rocking (Ursprung in Brooklyn, NY): Hierbei âbekĂ€mpftâ man den Kontrahenten mit (oft provozierender) Gestik.
Uprocking
Uprocking entsteht durch drei aggressive Bewegungen gegen den Gegner. Die Bewegungen werden frei gewÀhlt und enden immer am Boden. Mit dem Uprocking kommt man direkt von einem Toprock (Tanzen im Stand) in die Footworks.
Footworks
Footworks oder Downrocking sind Tanzschritte (Moves) am Boden.
- Six-Step ist der Basis-Schritt fĂŒr Footworks und damit essentielles Element fĂŒr jedes Style Set. Variationen sind die weniger verbreiteten âFour-Stepsâ und âEight-Stepsâ.
- Styles sind Kombinationen aus Footworks und Freezes. Je nach Belieben kann dabei auch auf Freezes verzichtet werden. Wichtig bei einem Style sind vor allem die OriginalitÀt des Sets und der Stil, mit dem dieser getanzt wird.
- Legrider â Drehung um die eigene Achse auf einem Bein bzw. Knie.
Freezes

Freezes sind Posen, die der TĂ€nzer einnimmt, indem er kurz in der Bewegung verharrt und dabei eine möglichst eindrucksvoll aussehende Figur macht. Damit schlieĂt er seine Abfolge von Tanzschritten (Set) ab oder betont bestimmte Abschnitte in der Musik.
- Baby Freeze/Turntable-Position â Der Basis-Freeze. Der TĂ€nzer steht dabei horizontal mit einer Hand auf dem Boden. Der Ellbogen der Standhand befindet sich in der Beckengegend.
- Air chair â Wie Baby Freeze, nur ist der Ellbogen am RĂŒcken. Wegen des hohen Grads an Gelenkigkeit einer der schwierigsten und Ă€sthetischsten der Freezes.
- Air Freezes â Der Air Freeze ist im Prinzip ein Handstand auf einem Arm. Die Körperlage kann dabei variieren. Bspw. kann der RĂŒcken zum Boden zeigen, aber auch die Seite. Einen Air Freeze, der besonders horizontal gehalten wird, nennt man auch Flag.
- Hollowback: Ein Handstand, bei dem versucht wird, die Beine hinter dem RĂŒcken so weit wie möglich zu Boden zu bringen. Anders ausgedrĂŒckt: Eine BrĂŒcke, wobei die FĂŒĂe nicht den Boden berĂŒhren.
Powermoves
Powermoves sind akrobatische Elemente, die meist â aber nicht zwingend â Drehungen um beliebige Achsen einschlieĂen. Die wichtigsten sind:
- Backspin â Der erste Powermove ĂŒberhaupt (vorher existierten nur Top- und Downrocks). Vom Prinzip her auch der einfachste. Man dreht sich auf dem RĂŒcken.
- Head Spin â das Rotieren auf dem Kopf.
- Swipes â man steht auf HĂ€nden und Beinen am Boden mit dem RĂŒcken nach unten und springt um seine Körperachse, wobei das Bein, das Schwung holt, den Boden nie berĂŒhrt.
- Airtwist, Twist oder Airflare â ist eine volle Umdrehung um die eigene Körperachse. Dabei steht man in einem schrĂ€gen Handstand und springt eine Umdrehung in der Luft, um wieder auf den HĂ€nden zu landen. Eine Variation des Airtwist ist der Elbow Track oder Elbow Twist, bei dem dieselbe Bewegung auf dem Ellbogen, anstelle der Hand gemacht wird.
- Ninety Niners â eine Rotation auf einer Hand im einhĂ€ndigen Handstand
- Two Thousand â wie Ninety Niners nur, dass man auf beiden HĂ€nden genau unter dem Kopf dreht.
- Turtle â Der TĂ€nzer befindet sich in der Turntable-Position und rotiert seinen Körper, indem er von Arm zu Arm wechselt.
- Windmills â Liegende Drehung um die eigene Achse, wĂ€hrend die geöffneten Beine den Boden nicht berĂŒhren. Die Drehung erfolgt auf Schultern und oberem RĂŒcken.
- Flare â ist die gleiche Bewegung wie Flanken beim Turnen. Die gespreizten Beine umkreisen den sich auf den HĂ€nden haltenden TĂ€nzer in geschwungener Weise.[7]
Die Gewichtung der Elemente ist dem KĂŒnstler ĂŒberlassen. Die Jury des âBattle of the Yearâ hat hierzu allerdings Richtlinien.[10]
Breakdance-WettkÀmpfe
Bei sogenannten Breakdance-Battles treten einzelne TĂ€nzer oder ganze Teams gegeneinander an, um ihre FĂ€higkeiten unter Beweis zu stellen. In abwechselnder Reihenfolge gilt es, den gegenĂŒberstehenden Kontrahenten durch die eigene Darbietung zu ĂŒbertrumpfen. Es gibt Verhaltensregeln wĂ€hrend des Wettbewerbs. So fĂŒhrt z. B. das absichtliche BerĂŒhren des Gegners in den meisten FĂ€llen zur Disqualifikation des TĂ€nzers. Bei organisierten WettkĂ€mpfen entscheidet eine Wertungsgericht ĂŒber den Sieger, welches zumeist selbst aus ehemaligen TĂ€nzern besteht. International und national ausgetragene WettkĂ€mpfe erfreuen sich immer gröĂerer Beliebtheit, vor allem das weltweite BOTY. Oft werden in Kombinationen mit anderen Elementen des Hip-Hop, wie z. B. Rap oder Graffiti, Outdoor-Events organisiert, die groĂe Zuschauermengen anziehen.
Battle of the Year
Der gröĂte internationale Breakdance-Wettbewerb der Welt ist der Battle of the Year, kurz BOTY. Er wird jedes Jahr in Braunschweig mit Mannschaften aus der ganzen Welt ausgetragen. Dabei wird höherer Augenmerk auf die Show einer Gruppe gelegt. Das BOTY ist in diesem Sinn kein normaler Breakdance-Wettbewerb, da alle Gruppen eine Show zeigen und nur die vier erstgereihten Crews gegeneinander battlen. Zu dem BOTY International gibt es Vorausscheidungen, die weltweit durchgefĂŒhrt werden und auch vom BOTY-Team in Deutschland organisiert werden. Die Gewinner dieser Vorentscheidungen reisen dann, mit finanzieller Abgeltung der Reisekosten, nach Deutschland zum BOTY International.
IBE
Zu einem der wichtigsten internationalen Battles ist mittlerweile das IBE (International Breakdance Event) herangewachsen. Es fand zunĂ€chst jĂ€hrlich in Rotterdam statt. Zumeist werden die TĂ€nzer in Gruppen eingeteilt, z. B. âUS BBoysâ oder âKorean BBoysâ. 2006 pausierte das Event fĂŒr zwei Jahre. Seit 2008 findet es in limburgischen Heerlen statt, so auch im August 2013.[11]
FloorWars und FloorWars Germany
Die FloorWars ist ein internationales Battle in DĂ€nemark. Hier versammeln sich B-Boys aus der ganzen Welt. Die FloorWars Germany ist ein offizieller Vorentscheid fĂŒr die Veranstaltung in Kopenhagen. Zugelassen werden Crews aus Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz. Die Veranstaltung findet jedes Jahr im Zeitraum Januar bzw. Februar statt. Organisiert wird die Veranstaltung durch einen Verein in Köln. Die Organisation ist nicht an finanziellem Profit interessiert, sondern hat sich als Ziel ein interkulturelles Zusammentreffen der Breaker gesetzt. Im Mittelpunkt steht ein gemeinsames Zusammentreffen unter Freunden.
Olympische Jugendspiele 2018 und Olympische Spiele 2024
Das organisatorische Team der Olympischen Jugendspiele 2018 beschloss gemeinsam mit dem IOC, dass Breakdance Teil des Programmes fĂŒr die Spiele in Buenos Aires sein werde. Es traten schlieĂlich zwölf Athleten pro Geschlecht an. Neben einem Wettbewerb fĂŒr Frauen und einem fĂŒr MĂ€nner wurde auch ein gemischter Wettbewerb ausgetragen.[12]
Im Dezember 2020 wurde entschieden, Breakdance ins Programm der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris aufzunehmen.[13] Nach Eistanz bei den Olympischen Winterspielen, wurde damit zum ersten Mal ein Sommertanzsport in den olympischen Veranstaltungsplan aufgenommen. Es gab je einen Wettbewerb fĂŒr MĂ€nner und fĂŒr Frauen. Zu den ersten Olympiasiegern kĂŒrten sich der Kanadier Philip Kim alias Phil Wizard und die Japanerin Ami Yuasa. Kritisiert wurde im Anschluss nicht nur der Qualifikationsprozess, durch den zahlreichen in der Szene renommierten Athleten die Teilnahme verwehrt worden sei. Auch die Darbietung der Australierin Rachael Gunn wurde als problematisch bewertet, da sie medial dem Breakdance geschadet habe.[14] Seit September 2024 fĂŒhrt Gunn allerdings aufgrund einer umstrittenen Berechnung die Weltrangliste im Breakdance an.[15] Breakdance wird bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles nicht mehr dargeboten.[16]
Enter the Circle
Enter The Circle wurde 1998 in Kiel gegrĂŒndet und ist eine der Ă€ltesten Jams und der gröĂte B-Boy-Battle Norddeutschlands. Die Veranstaltung findet zwei Mal im Jahr (Kiel und Hamburg) statt.[17]
Weitere Wettbewerbe
Weitere Breakdance-Wettbewerbe sind Freestyle Session, Mighty 4, Redbull Beat Battle, Redbull BC One, B-Boy Summit, UK B-Boy Championships, und World B-Boy Championships, sowie das R-16 in Korea. Daneben veranstaltet auch die International Dance Organization regelmĂ€Ăig Breakdance-Turniere. Vor allem in den USA gibt es des Ăfteren groĂe Outdoor-Events.
Weibliche PrÀsenz in der Breakdance-Szene
Ăhnlich wie in anderen Hip-Hop-Subkulturen â etwa Graffiti, Rap und DJing â wird Breaking gröĂtenteils von der MĂ€nnerwelt dominiert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass weibliche Breaker, die sogenannten B-Girls, nicht unsichtbar sind oder gar nicht existieren. Frauen, wie Daisy Castro (auch bekannt unter dem Namen âBaby Loveâ als einzige Frau der Gruppe âRock Steady Crewâ) bezeugen, dass Frauen schon seit den AnfĂ€ngen des Breaking aktiv sind.[18] Kritiker argumentieren, dass es nicht gerecht sei, diese Ungleichheiten pauschal zu beurteilen, da Frauen eine immer gröĂer werdende Rolle in der Breakdance-Szene spielen.[19][20]
Einige sehen die mangelnde mediale Aufmerksamkeit als Hindernis. Dem stimmt auch das Vollzeit-B-Girl Firefly in einem Beitrag der BBC zu: âEs wird immer beliebter. Es sind deutlich mehr MĂ€dchen involviert. Das Problem ist, dass die Veranstalter nicht genug reine FrauenkĂ€mpfe organisieren.â[21][22] ZusĂ€tzlich zeigt sich ein wachsendes Interesse daran, das traditionelle Bild von Frauen in der Hip-Hop-Kultur â und damit auch der Breakdance-Szene â zu verĂ€ndern und Frauen eine positivere, stĂ€rkere Rolle in der modernen Hip-Hop-Szene zuzugestehen.[23][24][25]
2018, wurde das japanische B-Girl Ami der B-Girl-Weltchampion des Red Bull BC One gekrönt.[26] Obwohl B-Girl Ayumi bereits 2017 als Teilnehmerin zur Meisterschaft eingeladen worden war, wurde 2018 erstmals eine eigene 16-B-Girls-Kategorie als offizieller Teil des Hauptevents eingefĂŒhrt.
Siehe auch
Literatur
- Eva Kimminich: HipHop B-Boys Tanz und Körperbilder. In: Richard, Birgit / KrĂŒger, Heinz-Hermann (Hrsg.): inter_cool 3.0. Jugendliche Bild- und Medienwelten. Ein Kompendium zur aktuellen Jugendkulturforschung. Fink Verlag, MĂŒnchen 2010, S. 81â97.
- Eva Kimminich: Tanzstile der Hip-Hop-Kultur. Bewegungskult und Körperkommunikation (PDF; 376 kB) Begleittext von 3sat zu einer DVD (2003). EnthĂ€lt u. a. ein âKleines Lexikon der Powermovesâ.
- Gabriele Klein, Malte Friedrich: Is this real? Die Kultur des HipHop. 4. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-518-12315-7.
- Dorit Rode: Breaking. Popping. Locking. Tanzformen der HipHop-Kultur. Marburg 2002, ISBN 978-3-8288-8350-5.
- Nicolaus Schmidt: Breakinâ the City. Kerber Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-86678-453-6. Aktuelle Fotodokumentation und Texte ĂŒber Breakdancer in New York City (Verlagsinformation).
Weblinks
- Brenson Lee: Planet B-Boy, Video-Dokumentation ĂŒber die B-Boy-Kultur.
Einzelnachweise
- â a b Ăberblick ĂŒber die Geschichte und die Stile beim B-Boying. Artdefects Media, abgerufen am 24. September 2024.
- â a b c Niklas Helbling: Weshalb «Breakdance» falsch ist und es auch Kritik gibt â das ist der neue Olympia-Sport. CH Regionalmedien, 9. August 2024, abgerufen am 24. September 2024.
- â a b Emmanuel Adelekun, Jennifer MĂŒller: Darum solltest du âB-Boyâ und âB-Girlâ sagen â und nicht âBreakdancerâ! Red Bull Germany, 7. Mai 2024, abgerufen am 24. September 2024.
- â Breaking: Best of Paris 2024. International Olympic Committee, abgerufen am 24. September 2024.
- â Greg Presto: Breaking bei den Olympic Qualifier Series: Die wichtigsten Informationen. International Olympic Committee, 23. April 2024, abgerufen am 24. September 2024.
- â a b c d e f g h i j k l Planet B-Boy bei IMDb Video-Dokumentation ĂŒber die B-Boy-Kultur von Brenson Lee
- â a b c d e f g Eva Kimminich: Tanzstile der Hip-Hop-Kultur. Bewegungskult und Körperkommunikation ( vom 2. September 2004 im Internet Archive) (PDF; 376 kB) Begleittext von 3sat zu einer DVD (2003). EnthĂ€lt u. a. ein âKleines Lexikon der Powermovesâ.
- â a b c B-BOYING (Breaking) ( vom 5. Oktober 2007 im Internet Archive), msu.edu
- â a b c d e f Niels Robitzky (Storm): Von Swipe zu Storm-Breakdance in Deutschland Ggbt neben Tipps vor allem Einblicke in das Leben eines B-Boys.
- â OFFICIAL BOTY VOTING MATRIX Judge 01 (Archivierte Kopie) ( vom 2. September 2006 im Internet Archive), webgak.com, 27. August 2006
- â Veröffentlichungen der Website thenotoriousibe.com
- â Youngsters to experience a mix of traditional and modern in Buenos Aires. In: olympic.org. 31. August 2018, abgerufen am 24. September 2018 (englisch).
- â Breakdance wird olympisch. In: Sport 1. 7. Dezember 2020, abgerufen am 23. Juli 2021 (englisch).
- â Verena Töpper: FĂŒr die ganze Szene ist das ein furchtbarer Moment. In: Der Spiegel. 12. August 2024, abgerufen am 13. August 2024.
- â Olympia 2024 â Breakdance: Raygun jetzt Nummer eins der Weltrangliste. In: Der Spiegel. 10. September 2024, abgerufen am 12. September 2024.
- â Neuerungen in Los Angeles 2028: Das sind die fĂŒnf (teils ĂŒberraschenden) neuen Sportarten bei Olympia. In: spiegel.de. 12. August 2024, abgerufen am 18. September 2024: âBreaking muss schon wieder gehenâ
- â Enter the Circle - Official Facebook Page. Abgerufen am 12. Dezember 2019.
- â Nancy Guevara (1996). "Women Writin' Rappin' Breakin'". In Perkins, William Eric (ed.). Droppin' science : critical essays on rap music and hip hop culture. Philadelphia: Temple University Press. pp. 49â62. ISBN 1-56639-362-0
- â La Rocco, Claudia (August 6, 2006). "A Breaking Battle Women Hope to Win". The New York Times. Am September 9, 2009.
- â "Girl Power Dances to It's [sic] Own Groove". Yuku.com. Juni 3, 2005. Am September 9, 2009.
- â "Firefly aka female breaker". BBC Living section. Am September 9, 2009.
- â "Women Get the Breaks". The Independent: Independent News and Media. MĂ€rz 18, 2005. Am September 9, 2009.
- â Ayanna. "The Exploitation of Women in Hip-Hop Culture". MySistahs.org. Am September 9, 2009.
- â Arce, Rose (MĂ€rz 4, 2005). "Hip-Hop Portrayal of Women Protested". CNN. Am September 9, 2009.
- â Shepherd, Julianne (Juni 1, 2005). "Hip Hop's Lone Ladies Call for Backup: The B-Girl Be Summit preaches strength in numbers". Archiviert aus dem Original am August 5, 2011. Am September 9, 2009.
- â Kawalik, Tracy (Oktober 2, 2018). "Meet Ami, The First Ever Red Bull BC One B-Girl World Champion". Archiviert aus dem Original am Oktober 29, 2018. Am Oktober 29, 2018.
