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Bernhard Bonelli – Wikipedia 👆 Click Here!
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Bernhard Bonelli (* 11. Jänner 1983[1] in Korneuburg als Bernhard Adamec[2]) war bis Dezember 2021 Kabinettschef im Bundeskanzleramt unter Sebastian Kurz[3] und Alexander Schallenberg.[4][5] Im Mai 2025 wurde er vom Oberlandesgericht Wien zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt.

Leben

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Familie

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Im Oktober 2013, bei seiner Heirat mit Natalie Maria Bonelli, nahm er den Familiennamen seiner Frau an.[6] Sebastian Kurz war Bonellis Trauzeuge bei dessen Hochzeit.[7] Bonelli ist Vater von vier Kindern,[8] seine Frau ist die Cousine von Raphael M. Bonelli.

Werdegang

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Bonelli schloss seine schulische Ausbildung an einer HTL ab. Anschließend studierte er vier Jahre Bauingenieurwesen an der TU Wien. Er ist Absolvent eines Philosophiestudiums an der Universität Wien.[1] 2010 trat er für die ÖVP bei der Gemeinderatswahl in Korneuburg an.[9]

Er erwarb einen MBA-Abschluss der IESE Business School in Barcelona[10], einer Tochter-Universität der Universität Navarra und Institution des konservativen[11] katholischen Opus Dei.[12][13][14] Bonelli selbst ist nach eigener Auskunft nicht im Opus Dei aktiv.[15][16][17]

Er soll für das Wiener Friedrich-Hayek-Institut tätig gewesen sein.[18]

Nach seiner Hochschulausbildung arbeitete er für die Boston Consulting Group in Wien.[19]

Als einer seiner engsten Vertrauten[20] war Bonelli ab 2017 bis zu dessen Rücktritt 2021 in beratender Funktion für Sebastian Kurz tätig,[15] zunächst im Außenministerium und ab 2020 als Kabinettschef im Bundeskanzleramt[21][22]. Im Auftrag des Kanzlers war Bonelli hauptverantwortlich für die Koordination der Maßnahmen gegen das Coronavirus.[23]

Bonelli ist ehemaliger Vorstand der ÖVP-nahen Schülerunion.[24] Ebenfalls im Vorstand waren zur selben Zeit Susanne Raab und Christine Aschbacher.[25][26] 2005 lernte er Sebastian Kurz auf dem Weg zum Forum Alpbach kennen.[27]

Unter der schwarz-blauen Regierung von 2017 bis 2019 war Bonelli maßgeblich am Umbau der Sozialversicherung beteiligt, die unter Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) präsentiert wurde.[28]

Nach seiner Tätigkeit als Kabinettschef unter Sebastian Kurz und Alexander Schallenberg gründete er 2022 einen Fonds mit einem ehemaligen Kollegen aus der Boston Consulting Group.[29][30] An Bonellis Start-up-Fonds Cocoon Capital Advisory beteiligte sich die SK Management GmbH von Sebastian Kurz.[31]

Ibiza-Untersuchungsausschuss

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Im Zuge des Ibiza-Untersuchungsausschusses wurde Bonelli am 27. Jänner 2021 fünf Stunden lang befragt. Thema war unter anderem die Schredder-Affäre. Die Grünen merkten an, dass es in Bezug auf seine Person im U-Ausschuss-Akt nur 72 E-Mails gebe. Im Vergleich dazu wären es im Falle des ehemaligen Finanzministerium-Kabinettschefs Thomas Schmid über 2000 Aktenergebnisse. Seine Kommunikation betreibe er via Telefon und Nachrichten, so Bonelli auf Nachfrage.[32] Die Abgeordneten bemängelten, dass sich Bonelli während der U-Ausschuss-Sitzung ausgiebig mit seiner Vertrauensperson beriet.[33][34] Das Beraten ist laut Verfahrensordnung zwar die Aufgabe der Vertrauensperson, jedoch kann sie ausgeschlossen werden, wenn sie „die Auskunftsperson bei der Ablegung einer freien und vollständigen Aussage beeinflussen könnte“.[35] Weiters soll er sich während seiner Befragung 69 Mal der Antwort entschlagen haben.[36]

Strafrechtliche Verurteilung

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Ab Mai 2021 ermittelte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen Bernhard Bonelli und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz. Beide wurden der Falschaussage vor dem Ibiza-Untersuchungsausschuss verdächtigt und als Beschuldigte geführt. Gegenstand der Ermittlungen waren Vorgänge rund um die Bestellung des Aufsichtsrats der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG). Sebastian Kurz und Bernhard Bonelli sollen dabei den Ibiza-Untersuchungsausschuss falsch informiert haben.[37] Im Herbst 2023 wurden beide deswegen von der WKStA vor dem Wiener Straflandesgericht wegen des Vorwurfs der falschen Beweisaussage angeklagt.[38][39] Im Februar 2024 wurde Bonelli in erster Instanz bedingt zu sechs Monaten Haft verurteilt. In seinem Schlusswort bezeichnete er die Gerichtsverhandlung als den „erniedrigendsten Moment“ seines Lebens.[40] Zudem erwähnte er eine Zeichnung seines Sohnes, in welcher Gott über den Richter thront.[41] Im Mai 2025 bestätigte das Oberlandesgericht Wien den Schuldspruch gegen Bonelli in Höhe von sechs Monaten bedingter Haft.[42]

Gesellschaftspolitische Rolle

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Bei der Bundespräsidentenwahl 2016 stimmte er für Norbert Hofer.[43][44] Er selbst ordnet sich als „liberal und christlich-sozial“ ein,[45] von anderen wird er als „strenggläubiger Katholik“[46] und konservativ beschrieben.[47] Klaus Knittelfelder hält in seinem Buch „Inside Türkis“ über Bonelli fest: „Seine Zugänge haben in den meisten Fällen ein Problem: Sie sind in der Gesellschaft nicht mehrheitsfähig.“ Manchmal, so Knittelfelder, müsse man seine Vorschläge entschärfen.[48]

Bonelli ist Mitbegründer des von Christoph Schönborn protegierten Vereins International Catholic Legislators Network, den er 2018 noch aktiv betreute.[15] Die Wertegrundlage für den Verein bildet der Katechismus der Katholischen Kirche, der die gleichgeschlechtliche Ehe, Scheidung, Pornografie[49], aktive Sterbehilfe, Abtreibungen, künstliche Empfängnisverhütung[50] und künstliche Befruchtung[51] verbietet.

Laut eigener Auskunft im Jahr 2015 deutete Bonelli bereits an, nach zwei Jahren an der Boston Consulting Group als Berater in der Politik arbeiten zu wollen, wenn sich die Möglichkeit ergäbe. Hätte dies nicht funktioniert, wäre seine berufliche Alternative, einen Search Fund zu gründen und zusammen mit Investoren ein Unternehmen zu erwerben.[52]

In Interviews meint Bonelli, dass er sich lieber im Hintergrund – dort, wo politische Einigungen und Inhalte stattfinden – bewegen würde.[53]

Literatur

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  • Klaus Knittelfelder: Inside Türkis – Die neuen Netzwerke der Macht. edition a, Wien 2020, ISBN 978-3-99001-403-5, S. 63–77 (Kapitel zu Bernhard Bonelli)

Protokolle der Befragungen von Bonelli im U-Ausschuss

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  • Stenographisches Protokoll von der öffentlichen Befragung Bonellis am 27. Jänner 2021
  • Stenographisches Protokoll von der öffentlichen Befragung Bonellis am 4. Mai 2021

Weblinks

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  • „Macht und Glaube“ – Interview mit Bernhard Bonelli (Josef Votzi, DATUM, September 2020)

Einzelnachweise

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  1. ↑ a b Bernhard Adamec: Anthropology of the Entrepreneur. Wien 2010 (univie.ac.at [abgerufen am 27. Februar 2024] uniwien). 
  2. ↑ Redewettbewerb „Niederösterreich 2015“. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  3. ↑ Geschäftseinteilung des Bundeskanzleramts. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  4. ↑ ORF at/Agenturen red: Fleischmann nicht mehr Medienbeauftragter. 11. Oktober 2021, abgerufen am 11. Oktober 2021. 
  5. ↑ Nehammer baut Kabinett im Kanzleramt um: Auf Bonelli folgt Gstöttner. In: diepresse.com. APA, 6. Dezember 2021, abgerufen am 12. Dezember 2021. 
  6. ↑ Rudolf Ingruber: „Beten, Beten und noch einmal Beten“. 13. Dezember 2020, abgerufen am 27. Februar 2024. 
  7. ↑ Karl Ettinger: Bernhard Bonelli - Die ausgleichende rechte Hand von Kurz. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  8. ↑ Macht und Glaube. 3. September 2020, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  9. ↑ Yumpu.com: Stadtzeitung 1/2010 - Korneuburg. Abgerufen am 4. Februar 2021. 
  10. ↑ Die christliche Leitfigur der neuen ÖVP. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  11. ↑ Anna Papathanasiou: Franzi ist berufen. In: Die Zeit. Die Zeit, 8. Juli 2016, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  12. ↑ University of Navarra – IESE Business School. In: The Economist. ISSN 0013-0613 (economist.com [abgerufen am 4. Februar 2021]). 
  13. ↑ Chaplaincy | IESE Business School. Abgerufen am 4. Februar 2021 (amerikanisches Englisch). 
  14. ↑ Konservative Glaubensbewegung - Das ist Opus Dei. 24. Januar 2017, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  15. ↑ a b c Bernhard Bonelli: An den Schalthebeln der Koalition - derStandard.at. Abgerufen am 4. Februar 2021 (österreichisches Deutsch). 
  16. ↑ Karl Ettinger: Bernhard Bonelli - Die ausgleichende rechte Hand von Kurz. Abgerufen am 4. Februar 2021. 
  17. ↑ Macht und Glaube. 3. September 2020, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  18. ↑ Des Kanzlers Schattenmänner, und wie sie ticken. Abgerufen am 5. Februar 2021. 
  19. ↑ Bernhard Bonelli: An den Schalthebeln der Koalition - derStandard.at. Abgerufen am 27. Januar 2021 (österreichisches Deutsch). 
  20. ↑ Des Kanzlers Schattenmänner, und wie sie ticken. Abgerufen am 4. Februar 2021. 
  21. ↑ Valentin Simettinger, Nadja Igler, Lukas Krummholz, alle ORF.at: „Schreddern“ im „Ibiza“-Ausschuss: Bonelli „nicht involviert“. 27. Januar 2021, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  22. ↑ Oliver Pink: Der kleine Kreis im Kanzleramt. Die Presse, 13. September 2020, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  23. ↑ Massiver Corona-Gegenwind macht Sebastian Kurz nervös. 29. Mai 2020, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  24. ↑ Bernhard Bonelli - der türkise Chef-Verhandler. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  25. ↑ Das Phantom der Denkfabrik: Wie mächtig ist Antonella Mei-Pochtler? - derStandard.at. Abgerufen am 27. Januar 2021 (österreichisches Deutsch). 
  26. ↑ Thomas Prior: Die türkisen Seilschaften. In: Die Presse. 7. Januar 2020, abgerufen am 27. Januar 2021. 
  27. ↑ Das Phantom der Denkfabrik: Wie mächtig ist Antonella Mei-Pochtler? - derStandard.at. Abgerufen am 27. Januar 2021 (österreichisches Deutsch). 
  28. ↑ Karl Ettinger: Bernhard Bonelli - Die ausgleichende rechte Hand von Kurz. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  29. ↑ Was wurde eigentlich aus den Kurz-Jüngern? [Politik Backstage]. In: trend PREMIUM. 24. Juni 2022, abgerufen am 19. Juni 2023. 
  30. ↑ Ex-Kabinettschef von Kurz gründet Fonds. Abgerufen am 19. Juni 2023. 
  31. ↑ Kurz und Bonelli seit Kurzem Geschäftspartner. In: Kleine Zeitung. 19. Januar 2024, abgerufen am 31. Januar 2024. 
  32. ↑ Valentin Simettinger, Nadja Igler, Lukas Krummholz, alle ORF.at: „Schreddern“ im „Ibiza“-Ausschuss: Bonelli „nicht involviert“. 27. Januar 2021, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  33. ↑ Ibiza-U-Ausschuss: Kurz-Kabinettschef Bonelli in vieles „nicht involviert“. In: Kleine Zeitung. 27. Januar 2021, abgerufen am 27. Januar 2021. 
  34. ↑ Nadja Igler, Valentin Simettinger, Lukas Krummholz, alle ORF.at: „Ibiza“-U-Ausschuss: Kurz-Kabinettschef in vieles „nicht involviert“. 27. Januar 2021, abgerufen am 27. Januar 2021. 
  35. ↑ Verfahrensordnung für parlamentarische Untersuchungsausschüsse. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. April 2021; abgerufen am 4. Februar 2021. 
  36. ↑ Bonellis 69 Erinnerungslücken und Arnos Schredderei - Ibiza-Ausschuss. In: zackzack.at. Abgerufen am 9. Februar 2021. 
  37. ↑ Ermittlungen gegen Kurz, Webseite: orf.at vom 12. Mai 2021.
  38. ↑ Hellin Jankowski: Bettina Glatz-Kremsner: Wer ist die Hauptangeklagte im „Kurz-Prozess“? In: Die Presse. 12. Oktober 2023, abgerufen am 16. Oktober 2023. 
  39. ↑ Klaus Knittelfelder: Bernhard Bonelli: Immer da, wo Kurz ist – jetzt auch vor dem Richter. In: Die Presse. 16. Oktober 2023, abgerufen am 16. Oktober 2023. 
  40. ↑ Warum Kurz verurteilt wurde – und was der Schuldspruch bedeutet. Abgerufen am 29. März 2024 (österreichisches Deutsch). 
  41. ↑ Die bittere Wahrheit im Fall Kurz. Abgerufen am 29. März 2024. 
  42. ↑ OLG kippt Kurz-Schuldspruch: Er hat doch nur „Ja“ gesagt. 26. Mai 2025, abgerufen am 27. Mai 2025. 
  43. ↑ Bernhard Bonelli - der türkise Chef-Verhandler. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  44. ↑ Redaktion: Wer ist ... Bernhard Bonelli. In: zackzack.at. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2021; abgerufen am 27. Januar 2021. 
  45. ↑ Karl Ettinger: Bernhard Bonelli - Die ausgleichende rechte Hand von Kurz. Abgerufen am 27. Januar 2021. 
  46. ↑ news networld Internetservice GmbH: Die "Schattenmänner" hinter Sebastian Kurz. 5. Juni 2020, abgerufen am 27. Januar 2021. 
  47. ↑ Wer ist Bernhard Bonelli? 1. November 2021, abgerufen am 9. Januar 2026. 
  48. ↑ Die jungen, (erz)konservativen Männer um Kurz. Die Presse, 9. Mai 2020, abgerufen am 4. Februar 2021. 
  49. ↑ Marriage and the Family – ICLN. Abgerufen am 4. Februar 2021 (britisches Englisch). 
  50. ↑ Protection of Life – ICLN. Abgerufen am 4. Februar 2021 (britisches Englisch). 
  51. ↑ Biotechnology and Life Sciences – ICLN. Abgerufen am 4. Februar 2021 (britisches Englisch). 
  52. ↑ Jeff Schmitt: Poets&Quants | 2015 MBA To Watch: Bernhard Bonelli. 11. Juni 2015, abgerufen am 4. Februar 2021 (amerikanisches Englisch). 
  53. ↑ Bernhard Bonelli - der türkise Chef-Verhandler. Abgerufen am 4. Februar 2021. 
Personendaten
NAME Bonelli, Bernhard
ALTERNATIVNAMEN Adamec, Bernhard (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Kabinettschef im Kabinett des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz
GEBURTSDATUM 11. Januar 1983
GEBURTSORT Korneuburg
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