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Dieser Artikel beschreibt die französische Stadt Benfeld. Zum Fußballspieler siehe Joachim Benfeld. Siehe auch: Benefeld bzw. Bendfeld.
Benfeld
Benfeld (Frankreich)
Benfeld (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (67)
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Erstein
Gemeindeverband Canton d’Erstein
Koordinaten 48° 22′ N, 7° 36′ O48.3705555555567.5925Koordinaten: 48° 22′ N, 7° 36′ O
Höhe 155–162 m
Fläche 7,79 km²
Einwohner 5.973 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 767 Einw./km²
Postleitzahl 67230
INSEE-Code 67028
Website http://www.benfeld.fr/

Rathaus (Hôtel de ville)

Benfeld [bɛn.fɛld] ⓘ ist eine französische Stadt mit 5973 Einwohnern (1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est.

Geografie

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Die Stadt Benfeld liegt zwischen Sélestat und Straßburg am Ufer der Ill im Naturschutzgebiet „Grand Ried“.

Geschichte

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Benfeld liegt etwa an der Stelle des antiken Helellum, das im Jahre 407 von den Germanen zerstört wurde und aus deren Steinen die nachfolgende Gemeinde Benfeld erbaut wurde.

Im Jahr 763 wurde der Ort als Beneveldin erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert erhielt der Ort eine Stadtmauer. Der Ort entwickelte sich zu einem elsässischen Zentrum der Tabakproduktion. Während des Pestpogroms fielen am 14. Februar 1349 alle jüdischen Einwohner zum Opfer.[1] Im 16. Jahrhundert ging in Benfeld der Reformator Nikolaus Prugener aktiv gegen die radikal-reformatorische Täuferbewegung vor.

Im Dreißigjährigen Krieg widerstand Benfeld zunächst 66 Tage lang der Belagerung durch die Schweden, ehe diese die Stadt am 9. November 1632 einnehmen konnten; sie rissen 1650 die Stadtbefestigung nieder.[2] Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam der Ort im Zuge der Réunionen an Frankreich.

In der französischen Zeit war Benfeld Hauptort des Distrikt Benfeld.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Benfeld als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Erstein im Bezirk Unterelsaß zugeordnet.

Unter deutscher Besatzung wurden 1940 die verbliebenen jüdischen Einwohner nach Südfrankreich deportiert. Über dreißig Personen wurden Opfer des Holocaust.[1]

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2020
Einwohner 2640[3] 3449 3441 3798 4451 4330 4878 5315 5820

Sehenswürdigkeiten

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Das Rathaus der Stadt wurde 1531 errichtet; sein Uhrturm stammt aus dem Jahre 1619 und weist drei Uhren übereinander auf: die kleine Uhr oben zeigt die Mondphasen, in der Mitte wird die Pariser Zeit angezeigt und unten die lokale Straßburger Zeit, die etwa 29 Minuten abweicht. Als Begleitfiguren der Uhren sind ein Ritter, der in Gestalt des Straßburger Fürstbischofs Leopold die Klugheit symbolisieren soll und der jede Viertelstunde mit einem Hammer die neben der Uhr befindliche Glocke anschlägt, der Tod als Sensenmann, der als Hinweis auf die Vergänglichkeit ein Stundenglas dreht und der so genannten Stubenhansel, der die Gerechtigkeit symbolisieren soll. Die Kirche Saint-Laurent wurde bereits im Jahre 762 erwähnt und ist damit eine der ältesten Bischofskirchen Frankreichs. In ihr wurden Gräber aus der Merowingerzeit entdeckt. 1754 wurde der Bau erneuert, wobei der gotische Chor erhalten blieb. Das Kirchenschiff hingegen wurde 1840 in neoklassizistischem Stil umgestaltet.

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Benfeld
  • Kirche St. Laurentius
    Kirche St. Laurentius
  • Plan der Festung Benfeld (ca. 1750)
    Plan der Festung Benfeld (ca. 1750)
  • Synagoge Benfeld
    Synagoge Benfeld
  • Wasserturm
    Wasserturm

Wirtschaft

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Neben dem klassischen Erwerbszweig des Tabakanbaus hat sich Benfeld im 19. Jahrhundert zu einem regionalen Zentrum der Industrie entwickelt. Es befinden sich hier Produktionsstätten einer Reihe mittelständischer Unternehmen. Zu nennen sind:

  • Socomec (USV-Anlagen, Wechselrichter, Lastschalter und Schaltschränke)
  • PCB Création (Lebensmitteldekor)
  • Secome (Metallfolien) und dessen Tochtergesellschaft ADEcut

Städtepartnerschaft

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Benfeld ist seit 1970 mit dem deutschen Ettenheim, fast auf gleicher geografischer Breite auf der rechtsrheinischen Seite der Oberrheinischen Tiefebene gelegen, aufgrund gemeinsamer Geschichte partnerschaftlich verbunden.

Persönlichkeiten

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  • Christine von Diez (1571–1637), starb in Benfeld
  • Johannes Friese (1839–1916), Postmeister von 1875 bis 1883
  • Max Fritz Mulert (1888–1974), deutscher Landrat

Literatur

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  • Martin Zeiller: Benfeldt. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Alsatiae etc. (= Topographia Germaniae. Band 3). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 3 (Volltext [Wikisource]). 
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Band 1, Flohic Editions, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 81–87.
  • Die Festung Benfeld. Eugen Dischert (Hrsg.): . Imprimerie de la Bourse, Strasbourg 1935.

Weblinks

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Commons: Benfeld – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ a b Benfeld. alemannia-judaica.de, aufgerufen am 22. Dezember 2024.
  2. ↑ „bis der liebe völlige Frieden allhier erscheinen wird“ aus Ratsprotokollen. In: Günter Boll: Die Juden in der Festung Benfeld (1635–1652).
  3. ↑ Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Erstein
Gemeinden im Arrondissement Sélestat-Erstein

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Reichsbanner des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Lage des Oberrheinischen Kreises im Heiligen Römischen Reich
Territorien und Stände des Oberrheinischen Reichskreises des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1500–1806)

Bank der geistlichen Fürsten: Hochstift Worms | Hochstift Speyer | Hochstift Straßburg | Fürstbistum Basel | Hochstift Fulda | Fürstabtei Murbach | Fürstentum Heitersheim | Fürstpropstei Weißenburg | Abtei Prüm | Frühere Mitglieder: Erzstift Besançon | Hochstift Sitten | Hochstift Lausanne | Hochstift Genf | Hochstift Metz | Hochstift Toul | Hochstift Verdun | Stift Hersfeld (bis 1606/1648)

Bank der weltlichen Fürsten: Fürstentum Pfalz-Lautern | Fürstentum Pfalz-Simmern | Fürstentum Pfalz-Veldenz | Fürstentum Pfalz-Zweibrücken | Landgrafschaft Hessen-Darmstadt | Landgrafschaft Hessen-Kassel | Herzogtum Savoyen | Fürstentum Hersfeld (ab 1648) | Markgrafschaft Nomeny | gefürstete Grafschaft Sponheim | gefürstete Grafschaft Waldeck | gefürstete Grafschaft Salm (Wild- und Rheingrafen) | gefürstete Grafschaft Salm-Kyrburg (Wild- und Rheingrafen) | gefürstete Grafschaft Nassau-Usingen | gefürstete Grafschaft Nassau-Saarbrücken | gefürstete Grafschaft Nassau-Weilburg | gefürstete Grafschaft Solms-Braunfels | gefürstete Grafschaft Isenburg-Birstein | Frühere Mitglieder: Herzogtum Lothringen | Herzogtum Savoyen

Rheinische Prälaten: Kloster und Ritterstift Odenheim | Frühere Mitglieder: Kloster Kaufungen

Bank der Grafen und Herren: Grafschaft Hanau-Münzenberg | Grafschaft Solms-Hohensolms | Grafschaft Solms-Lich | Grafschaft Solms-Laubach | Grafschaft Solms-Rödelheim | Grafschaft Königstein | Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Büdingen | Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Meerholz | Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Wächtersbach | Grafschaft Salm-Grumbach (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Salm-Stein-Grehweiler (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Leiningen-Hardenburg | Grafschaft Leiningen-Westerburg | Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein | Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Berleburg | Grafschaft Kriechingen | Grafschaft Hanau-Lichtenberg | Grafschaft Salm-Dhaun (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Falkenstein | Herrschaft Reipoltskirchen | Grafschaft Wartenberg | Herrschaft Bretzenheim | Herrschaft Dagstuhl | Herrschaft Olbrück | Schloss und Dorf Mensfelden | Burggrafschaft Friedberg

Bank der Städte (Reichsstädte): Frankfurt am Main | Friedberg | Gelnhausen | Wetzlar | Speyer | Worms | Frühere Mitglieder: Straßburg (Strasbourg) | Colmar | Oberehnheim (Obernai) | Kaysersberg | Türkheim (Turckheim) | Rosheim | Benfeld | Schlettstadt (Sélestat) | Hagenau (Haguenau) | Weißenburg (Wissembourg) | Münster im Gregoriental | Landau in der Pfalz

Normdaten (Geografikum): GND: 4247093-6 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | VIAF: 236005502
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