| Beaune | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Bourgogne-Franche-ComtĂŠ | |
| DĂŠpartement (Nr.) | CĂ´te-dâOr (21) | |
| Arrondissement | Beaune (Unterpräfektur) | |
| Kanton | Beaune (Hauptort) | |
| Gemeindeverband | Beaune CĂ´te et Sud | |
| Koordinaten | 47° 1ⲠN, 4° 50ⲠO | |
| HĂśhe | 193â407 m | |
| Fläche | 31,30 km² | |
| BĂźrgermeister | Alain Suguenot | |
| Einwohner | 20.352 (1. Januar 2023) | |
| BevÜlkerungsdichte | 650 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 21200 | |
| INSEE-Code | 21054 | |
| Website | http://www.beaune.fr/ | |
Beaune mit der Kirche Notre-Dame | ||

Beaune [] ist eine franzĂśsische Stadt mit 20.352 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023)[1] auf 31,30 km² im DĂŠpartement CĂ´te-dâOr in der Region Bourgogne-Franche-ComtĂŠ. Beaune ist das Zentrum des Weinbaugebietes der CĂ´te de Beaune und liegt an der Bahnstrecke ParisâMarseille. Die Stadt wird vom FlĂźsschen Bouzaise durchquert.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Alignement von Couches (auch Menhirs dâEpoigny genannt) liegt sĂźdlich der StraĂe D 978, nordwestlich von Couches und sĂźdwestlich von Beaune. Bevor der Ort Beaune im Jahre 1203 von Odo III., Herzog von Burgund, die Stadtrechte erhielt, war er fĂźr lange Zeit keltisches, später rĂśmisches Heiligtum. Seit dem 14. Jahrhundert war Beaune neben Dijon Wohnsitz der HerzĂśge von Burgund. Im 15. Jahrhundert begann man die Stadtmauer zu errichten, von der heute noch grĂśĂere Teile erhalten sind. Sie dienen heute teilweise als Weinlager der groĂen Weinhandelshäuser. Als im Jahre 1477 Karl der KĂźhne, der letzte Herzog von Burgund, gestorben war, wurde die Stadt von Ludwig XI. von Frankreich nach fĂźnf Wochen Belagerung annektiert. Viele Gebäude aus Spätmittelalter, Renaissance und Barock zeugen von der Vergangenheit.
Der schwere Busunfall von Beaune ereignete sich im Juli 1982.
BevĂślkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2016 | 2020 |
| Einwohner | 15.367 | 16.874 | 19.060 | 20.207 | 21.289 | 21.923 | 21.778 | 21.644 | 20.122 |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||
SehenswĂźrdigkeiten
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- Das HĂ´tel-Dieu ist ein ehemaliges Hospital aus dem 15. Jahrhundert (1443), bis 1971 wurde es als Hospital genutzt.
- Die Kirche Notre-Dame, 1958 zur Basilika erhoben, ist ein Hauptwerk der burgundischen Romanik. Sie ist im Stil der dritten Kirche von Cluny erbaut und beherbergt in ihrem gotischen Chor eine auĂergewĂśhnliche AusschmĂźckung: Die fĂźnfteiligen Tapisserien, Das Leben der Jungfrau Maria erzählend, wurden um 1500 in Tournai nach Vorlagen eines burgundischen KĂźnstlers gewebt. Diese hochwertige Serie von 19 Szenen besticht besonders durch ihre Leuchtkraft und die Feinheit ihrer AusfĂźhrung.
- Das Hôtel des Ducs de Bourgogne liegt unweit des Hospitals. Es ist der ehemalige Wohnsitz der BurgunderherzÜge in Beaune, dessen um einen Innenhof gruppierte Fachwerkbauten ein malerisches Bild bieten. Mittlerweile beherbergen diese Gebäude das Burgundische Weinmuseum, das der Geschichte des Weinbaus gewidmet ist.
- Die etwa zwei Kilometer lange, kreisrunde Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert umgibt die Altstadt. Sie wurde seit dem Anschluss von Beaune an das KÜnigreich Frankreich unter Ludwig XI. erneuert und verstärkt. Die Stadtmauer besitzt acht Bastionen.
- Im Zentrum befinden sich zahlreiche Häuser aus der Frßhen Neuzeit. Vor allem in der Rue de Lorraine stehen noch Häuser aus dem 16. Jahrhundert.
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HĂ´tel-Dieu, Innenhof
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Kirche Notre-Dame de Beaune
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Gebäude der Sparkasse von Beaune
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Maison du Colombier
RegelmäĂige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Festival International dâOpera Baroque: Das Festival findet seit 1983 alljährlich in Beaune statt. Es wurde von der Historikerin Anne Blanchard ins Leben gerufen. Neben dem Festival von Saintes ist es das fĂźhrende Zentrum von Konzert-, Oper- und OratoriumsauffĂźhrungen fĂźr Alte Musik. Hauptmäzen ist France TĂŠlĂŠcom, einer der wichtigsten Musiksponsoren Frankreichs. Jährlich werden hier bis zu 14.000 Besucher gezählt. Als AuffĂźhrungsorte dienen beispielsweise das HĂ´tel Dieu, die Basilika Notre Dame, das Hospice de Beaune (ein Spital im frankoflämischen FrĂźhrenaissancestil) und der Weinkeller Paradis in der mittelalterlichen Rue dâEnfer (âHĂśllengasseâ). Die Konzerte mit Werken aus dem 15. bis 17. Jahrhundert finden immer an vier bis fĂźnf Wochenenden von Juli bis Anfang August statt.
- Am dritten Wochenende im November findet das Weinfest Les Trois Glorieuses de Bourgogne, Die glorreichen Drei der Bourgogne statt, das sich von Samstag bis Montag Ăźber drei Tage erstreckt.[2]
Wirtschaft
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Weinbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Weinbau an der CĂ´te dâOr wurde bereits zur Zeit der RĂśmer begrĂźndet, die die Gegend Pagus Arebrignus nannten. Während der germanischen Invasionen im Zuge der VĂślkerwanderung ging er stark zurĂźck. Zur Zeit Karls des GroĂen war das Weinbaugebiet nur noch in BruchstĂźcken erhalten. Weiter gepflegt wurden die Weinkulturen in der nun Bourgogne-Franche-ComtĂŠ genannten Region vor allem von einigen KlĂśstern.
Neuen Auftrieb erhielt die burgundische Weinproduktion im 14. Jahrhundert durch die Residenz der Päpste im nahen Avignon. In den folgenden Jahrhunderten nahm der Handel mit burgundischen Weinen stetig zu. Im 17. Jahrhundert wurden sie als besonders gesund angepriesen. Im 18. Jahrhundert entstanden die ersten modernen Weinhandelsgesellschaften. Seit 1884 existiert die Schule fßr Weinbau LycÊe viticole de Beaune.
Beaune gilt als âWeinhauptstadtâ Burgunds. Bedeutende Anbaugebiete der Umgebung sind zum Beispiel:
Die jährlichen Weinversteigerungen der Hospices de Beaune bestimmen die Preise fßr die ganze Region.
Senfproduktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beaune war neben Dijon und Meaux (Ăle de France) eines der wichtigen franzĂśsischen Zentren der Senfherstellung. Im 19. Jahrhundert waren hier noch um die dreiĂig Senfmacher ansässig. Die historische SenfmĂźhle Fallot aus dem Jahr 1840 ist das letzte noch in Familienbesitz befindliche und betriebene Unternehmen dieser Art in Burgund.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt Beaune betreibt den Flugplatz Beaune-Challanges, der etwa 5 km Ăśstlich des Stadtzentrums liegt.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bensheim, Deutschland seit 12. Juni 1960
- Malmedy, Belgien seit 11. Juni 1962
- Krems an der Donau, Ăsterreich seit 23. März 1976
- KĹshĹŤ, Japan seit 18. September 1976
- Nantucket, Massachusetts, USA, seit 21. Oktober 2008
PersĂśnlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]SĂśhne und TĂśchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Raymond Breton (1609â1679), dominikanischer Missionar und Linguist
- ThĂŠodore Chevignard de Chavigny (1687â1771), Diplomat, zugleich Comte de Toulongeon und Baron d'Uchon
- Gaspard Monge (1746â1818), Graf von PĂŠluse, franzĂśsischer Mathematiker, Physiker, Chemiker und Politiker
- Xavier Forneret (1809â1884), Schriftsteller
- FĂŠlix Ziem (1821â1911), Maler, der der Schule von Barbizon zugerechnet wird
- Paul dâIvry (1829â1903), Komponist
- Ătienne-Jules Marey (1830â1904), Physiologe und Fotopionier, Erfinder der Chronofotografischen Flinte
- Jules-Paul Johannard (1843â1892), Revolutionär
- Ădouard Darviot (1859â1921), Porträtmaler
- Auguste Cornu (1888â1981), Philosophiehistoriker
- Gaston Chevrolet (1892â1920), Schweizer und ab 1915 US-amerikanischer Autorennfahrer
- François Garnier (1944â2018), Erzbischof von Cambrai
- Bruno Latour (1947â2022), Soziologe und Philosoph
- LĂŠna Grandveau (* 2003), Handballspielerin
PersĂśnlichkeiten, die mit Beaune verbunden sind
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nicolas Rolin (1376â1462), Kanzler Philipps des Guten, grĂźndete das Hospital von Beaune
- Louis Chevrolet (1878â1941), Schweizer und ab 1915 US-amerikanischer Autorennfahrer, GrĂźnder der Chevrolet Motor Car Company, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Beaune
- Jean Laplanche (1924â2012), franzĂśsischer Autor und Theoretiker der Psychoanalyse sowie Winzer in Beaune, in Beaune gestorben
- Jean-Pierre Ponnelle (1932â1988), Opern- und Theaterregisseur, Sohn einer alteingesessenen Winzerfamilie, ging in Beaune zur Schule
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jean-Philippe Lecat: Beaune. Ăditions Ouest-France, 2016, ISBN 978-2-7373-7018-2. (Aus dem FranzĂśsischen von A. Th. Helminger)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Seite der Stadt Beaune abgerufen am 26. Mai 2013 (deutsch)
- Festival International dâOpĂŠra Baroque â Association Guillaume Dufay (Loi 1901). Abgerufen am 26. Mai 2013 (franzĂśsisch)
- Beaune in privatem Burgundforum, abgerufen am 26. Mai 2013 (deutsch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Populations lĂŠgales 2020 â Ces donnĂŠes sont disponibles sur toutes les communes de France hors Mayotte | Insee. Abgerufen am 25. Oktober 2023.
- â FrĂŠdĂŠric Durand-Bazin: Reportage : Dans les coulisses des trois glorieuses de Bourgogne. In: Le Figaro. 20. Dezember 2011, abgerufen am 29. Juli 2020 (franzĂśsisch).

